10.11.2023
Mit Bioenergie von den Zinsen statt vom Ersparten leben

In Berlin feierte das TFZ 50 Jahre Forschung zu Nachwachsenden Rohstoffen in Bayern

Straubing, 10.11.2023. Aus Nachwachsenden Rohstoffen der heimischen Land- und Forstwirtschaft lassen sich Strom, Wärme, Kraftstoffe und erneuerbare Materialien erzeugen. Wichtige Grundlagen dafür schuf die Forschungsarbeit des heutigen Technologie- und Förderzentrums (TFZ) mit seinen Vorgängereinrichtungen. Sein 50-jähriges Forschungsjubiläum feierte das TFZ nun mit einer Festveranstaltung in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin mit Gästen aus Politik, Verbänden, Wissenschaft und Industrie. Dort wurde diskutiert, wie Nachwachsende Rohstoffe zum Gelingen der Energie- und Rohstoffwende und zum Lösen der Klimakrise beitragen können.

„Bayern ist das Spitzenland bei den Erneuerbaren und hier geht natürlich auch zukünftig kein Weg am TFZ vorbei“, so die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, und Forsten, Michaela Kaniber, in ihrer Videobotschaft. „Das TFZ hat den Grundstein für die Versorgung von Biogasanlagen mit alternativen Energiepflanzen gelegt, an der Effizienzsteigerung von Holzheizungen maßgeblich mitgewirkt und immer nach Lösungen für alternative, klimafreundliche Antriebe für die Land- und Forstmaschinen gesucht, aber auch gefunden“, würdigte Kaniber die Forschungserfolge des TFZ.

Die Krise als Chance begreifen, Neues zu schaffen und innovative Wege zu gehen, appellierte Prof. Dr. Christian Berg, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft Club of Rome, in seiner Keynote. Er zog Parallelen zur heutigen Zeit: Der Klimawandel schreite voran und sei für alle spürbar. Jedoch seien die planetarischen Grenzen für uns entscheidend. Daher müsse man Abhängigkeiten von Öl und Gas reduzieren und alternativen Energieträger und Nutzungsweisen entwickeln, so Berg.
Günther Felßner, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands, skizzierte in seinem Grußwort, dass die Land- und Forstwirtschaft die erste CO2-neutrale Branche in Deutschland werden könnte. Die Landwirtschaft sei schon nahe dran. Dafür würde aber kein Weg an den Nachwachsenden Rohstoffen als Energielieferant und als Basis für erneuerbare Materialien vorbei gehen. In der Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Forschung, Wirtschaft, Politik und Landwirtschaft wurde deutlich, dass es dafür langfristige und verlässliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von Bioenergie braucht.
Dr. Bernhard Widmann, Leiter des TFZ, wandte sich mit einem Appell in seinem Abschlussstatement an die Politik auf EU-, Bundes- und Landesebene: „Wir wünschen uns mutige Entscheidungen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die länger tragen als eine Legislaturperiode. Die Nachwachsenden Rohstoffe spielen eine entscheidende Rolle, damit wir in Zukunft von den Zinsen und nicht vom Ersparten des Planeten leben.“ Schließlich benötigten fossile Rohstoffe Millionen von Jahren zum Entstehen, während der Kreislauf der Natur auf unseren Feldern und Wäldern Nachwachsende Rohstoffe immer wieder neu hervorbringt.

TFZ-Leiter Dr. Bernhard Widmann bei seinem Statement

50 Jahre Forschung Nachwachsende Rohstoffe in Bayern: Das TFZ feierte im politischen Berlin sein Forschungsjubiläum und diskutierte über Lösungen für die Klimakrise. TFZ-Leiter Dr. Bernhard Widmann bei seinem Statement