Projekte im Bereich Rohstoffpflanzen und Stoffflüsse

Unter dem Begriff Nachwachsende Rohstoffe werden land- und forstwirtschaftliche Rohstoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs verstanden, die außerhalb des Nahrungsbereiches (Nahrungs- und Futtermittel) stofflich und/oder energetisch genutzt werden können. (Nach FNR)

Die Abteilung Rohstoffpflanzen und Stoffflüsse prüft laufend vielversprechende Pflanzenarten, die unter bayerischen Anbaubedingungen als Rohstoff- oder Energiekulturen angebaut und genutzt werden können. Für neue, aber auch traditionelle Kulturen werden nachhaltige Nutzungspfade für Produkte und Energie zusätzlich zur Verwendung als Nahrungs- und Futtermittel entwickelt. Durch diese neuen Kulturen soll die Biodiversität in der Kulturlandschaft, auch durch neu geschaffene bzw. offengehaltene ökologischen Nischen, erhöht werden.

Aktuelle Projekte und Forschungsvorhaben

Forschungs- und Innovationsprojekt Status APV
Agrarphotovoltaik: Stand und offene Fragen

Agrophotovoltaik-Anlage der Firma Next2Sun GmbH in Dirmingen

Agrarphotovoltaik (APV) wird als Möglichkeit gesehen, Pflanzenproduktion mit PV-Stromerzeugung auf einer Fläche zu kombinieren. Die erwarteten Vorteile der APV, wie bspw. Diversifizierung des Einkommens von Landwirten und Schutz der Pflanzen vor extremen Wetterereignissen, werden dabei viel diskutiert. Konkrete Zahlen fehlen jedoch weitgehend. Diese Wissenslücke soll mithilfe dieses Projekts nach Möglichkeit geschlossen werden. Zudem wird die derzeitige rechtliche Situation in Deutschland und in Ländern mit bestehender Gesetzgebung zur Förderung von APV beleuchtet, um darauf aufbauend Handlungsempfehlungen für die Einführung von APV in Bayern und Deutschland zu erstellen.  Mehr

Forschungs- und Innovationsprojekt SoBinEn
Sorghum-Blühmischungen für einen insektenfreundlichen Energiepflanzenbau

Blühende Phacelia im Vordergrund, Buchweizen mit weißen Blüten dahinter. Versuchsfeld am TFZ in Straubing.

Beim SoBinEn-Projekt soll die Kombination von Sorghum bicolor mit verschiedenen insektenfreundlichen Mischungen und Untersaaten auf ihre agronomische Eignung für einen nachhaltigeren Energiepflanzenanbau erarbeitet werden. Durch den Mischanbau kann der Blühzeitraum der Energiepflanzen verlängert werden. Dadurch wird Bienen und anderen wichtigen Blütenbesuchern Nahrung in Form von Nektar und Pollen bereitgestellt.  Mehr

Forschungs- und Innovationsprojekt EWIS
Erkennung von Unkraut in Sorghum durch künstliche Intelligenz

Nahaufnahme einer schwarzen Drohne, die mit einer RGB- und einer Multispektralkamera ausgestattet ist.

Bild: Tobias Hase/StMELF

Sorghum wird in Bayern als Energiepflanze vor allem für die Biogasproduktion angebaut. Die hohe Biomasseleistung und die große Sortenvarietät in Verbindung mit seiner Trockenheitstoleranz und Nährstoffeffizienz machen Sorghum zu einer vielversprechenden Rohstoffpflanze.
Neuartige Technologien, verknüpft mit intelligenter Software, eröffnen große Potentiale im Bereich der Effizienzsteigerung in der Landwirtschaft.  Mehr

Forschungs- und Innovationsprojekt OptiHemp
Verwertung und Anbauoptimierung von Hanf als Nachwachsender Rohstoff

Auf dem Feld kultivierte, dicht-stehende Hanfpflanzen

Das Projekt „Verwertung und Anbauoptimierung von Hanf als Nachwachsender Rohstoff“ greift das derzeit hohe Interesse am Thema Hanf als Nutzpflanze auf. Im Projekt werden konkrete Empfehlungen zum nachhaltigen Anbau sowie erzielbare Qualitäten und Erträge der diversen Nutzungsmöglichkeiten erarbeitet.  Mehr

Forschungs- und Innovationsprojekt DemoAnbau IV
Informations- und Demonstrationszentren Energiepflanzenanbau und Bioökonomie

Die Aufnahme zeigt eine Besuchergruppe, die sich vor Anbauflächen der Durchwachsenen Silphie befindet und sich von einem Vortragenden informieren lässt. Die Silphie-Pflanzen sind noch klein und grün, während am linken Bildrand größere, gelb blühende Silphien zu sehen sind.

Die „Informations- und Demonstrationszentren Energiepflanzenanbau“ sind ein Kooperationsprojekt zwischen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), dem Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing und der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Auf Schauflächen in Bayern werden vielfältige Forschungsergebnisse zu Energiepflanzen und Bioökonomie praxisnah demonstriert.  Mehr

Forschungs- und Innovationsprojekt GärrestUmbruch
Optimierung der Stickstoffdüngung in D. Silphie und Umbruch von Dauerkulturflächen

Ein kleiner roter Traktor fährt mit einem Parzellengüllefass mit Schleppschlauchverteiler neben einer Versuchsparzelle, die mit Durchwachsener Silphie bewachsen ist, und bringt dort flüssigen Gärrest aus.

Die Durchwachsene Silphie ist als Substratpflanze für Biogasanlagen weiter auf dem Vormarsch. Bei der N-Düngeplanung sollte zur Schließung von Stoffkreisläufen der Einsatz von Gärresten berücksichtigt werden. Nach Ablauf der Nutzung müssen Flächen mit Dauerkulturen wie D. Silphie und Sida umgebrochen und wieder in die geregelte Fruchtfolge integriert werden.  Mehr

Forschungs- und Innovationsprojekt Winterbiene II
Verbesserung des Nahrungsangebots für Honigbienen durch Präriestaudenmischungen zur Energiegewinnung

Blütenbesucher auf gelber Blüte

Foto: LWG

Aufgrund fehlenden Nahrungsangebots für Insekten, sind viele Bienen- und Hummelarten vom Aussterben bedroht. Die Landwirtschaft kann mit artenreichen mehrjährigen Wildpflanzenmischungen zur Biogasproduktion (WPM) einen wichtigen Beitrag leisten.  Mehr

Forschungs- und Innovationsprojekt Silphie-Demo
Agrarfachliche Begleitung des "Demonstrationsprojekts Silphie-Anbau"

Durchwachsene Silphie

In dem von der Regierung Oberfranken koordinierten Vorhaben „Demonstrationsprojekt Silphie-Anbau in der Nördlichen Frankenalb“ werden 2017 und 2018 insgesamt 100 Hektar Durchwachsene Silphie auf Praxisflächen angelegt. Mit diesem je hälftig vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) und Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG) geförderten Vorhaben soll die Anbauwürdigkeit der D. Silphie als Biogassubstrat mit langfristigen Umweltvorteilen zum Schutz des Grund- und Oberflächenwassers als Ergänzung zu Silomais aufgezeigt werden. Das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) unterstützt dieses Vorhaben durch ein vom StMELF gefördertes Begleitprojekt.  Mehr

Forschungs- und Innovationsprojekt Miscanthuserträge in Bayern
Langjährige Erhebungen an verschiedenen Miscanthus-Herkünften an drei Standorten Bayerns

Miscanthusbestand auf den Versuchsflächen des TFZ

Um zuverlässige Aussagen über Ertragsstabilität und Nährstoffkreisläufe von Miscanthus x giganteus (Chinaschilf) treffen zu können, wurden ab 1989 in Bayern an zwölf verschiedenen Standorten Parzellenversuche angelegt. Aus diesen Daten und der weiteren Erfassung pflanzenbaulicher Parameter wie z. B. Wuchshöhe, Frisch- und Trockenmasseertrag, Nährstoffgehalt, Nmin-Gehalt im Boden an den drei noch bestehenden Standorten, können Anbauempfehlungen für unterschiedliche Regionen Bayerns abgeleitet werden.  Mehr

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