Forschungs- und Innovationsprojekt EWIS2
Entwicklung und Bewertung von Beikraut-Applikationskarten für den Einsatz von Robotern zur mechanischen Beikrautregulierung

Das Foto zeigt zwei schwarze und unterschiedlich große Drohnen mit Sensorik und einen TFZ-Mitarbeiter im Hintergrund.

Im EWIS2-Projekt eingesetzte Drohnen (Bild: Armin Weigel)

Sorghum und Mais sind wichtige Energiepflanzen für Bayern. Um den Anbau nachhaltiger zu gestalten, soll die Beikrautregulierung durch den teilflächenspezifischen mechanischen oder chemisch-synthetischen Pflanzenschutz umweltverträglicher werden. So kann das Erosionsrisiko gemindert und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert werden.
Die dafür notwendigen Applikationskarten werden mit Hilfe von Drohnenaufnahmen und künstlicher Intelligenz erzeugt. Abschließend erfolgt auf Grundlage der Beikraut-Kartierung eine Wirtschaftlichkeitsbewertung für die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten teilflächenspezifischer Pflanzenschutzmaßnahmen.

Informationen zum abgeschlossenen Forschungs- und Innovationsprojekt EWIS finden Sie hier:

Ziel

In diesem Projekt werden mittels Drohnenfotos in Sorghum und Mais Karten zum räumlichen Verteilungsmuster des Beikrautbesatzes entwickelt und validiert. Diese Karten bilden die Basis für teilflächenspezifischen mechanischen oder chemisch-synthetischen Pflanzenschutz, um durch reduzierte Bodenbearbeitung das Erosionsrisiko zu mindern und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Essenzielle Schritte zum teilflächenspezifischen Einsatz von Hackrobotik auf landwirtschaftlichen Feldern werden aufgezeigt. Abschließend erfolgt auf Grundlage der Beikraut-Kartierung eine Wirtschaftlichkeitsbewertung für die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten teilflächenspezifischer Pflanzenschutzmaßnahmen.

Methode

In EWIS2 wird die Drohnen-Befliegung von Sorghum- und Maisbeständen mit Blick auf Bildqualität und Flächenleistung optimiert. Die zeitintensive Annotation soll mit Hilfe von eigens entwickelten Vormaskierungen beschleunigt werden, um genaue GNNS-basierte Beikraut- und Kulturkarten zur teilflächenspezifischen Beikrautregulierung automatisiert zu generieren. Diese KI-basierten Karten werden verwendet, um mit Feldrobotern eine autonome teilflächenspezifische mechanische Beikrautregulierung durchzuführen. Im gesamtheitlichen Kontext soll eine ökonomisch-ökologische Bewertung der teilflächenspezifischen mechanischen oder chemisch-synthetischen Beikrautregulierung erfolgen. Alle Ergebnisse des Projektes werden zielgruppenorientiert aufbereitet und über verschiedene Medien (Online, Print, Video, Vorträge, …) weitergegeben. Ebenso werden sämtliche entwickelten Modelle und Daten der wissenschaftlichen Community als Open Source bereitgestellt.

Ergebnisse

Die moderne Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln soll reduziert, das Erosionspotenzial durch angepasste Bodenbearbeitung minimiert und neue digitale Technologien effizient genutzt werden. Vor diesem Hintergrund wurde im Projekt EWIS2 untersucht, inwiefern sich aus Drohnenaufnahmen mithilfe künstlicher Intelligenz Applikationskarten, die die räumliche Verteilung des Beikrautbesatzes abbilden, erstellen lassen. Zudem wurde analysiert, wie diese Karten in Feldrobotik integriert und praktisch angewendet werden können. Darüber hinaus erfolgte eine ökologische und ökonomische Bewertung des teilflächenspezifischen Pflanzenschutzes auf Basis von Applikationskarten.

  • Im Rahmen des Projekts konnten die Drohnenbefliegungen deutlich optimiert werden, erweisen sich jedoch nach wie vor als anspruchsvoll.
  • Insgesamt konnten herausragende 81 Flächen in Bayern effizient erfasst werden, wodurch eine breite Datengrundlage geschaffen wurde.
  • Auf dieser Grundlage wurden mithilfe von KI erfolgreich Beikrautkarten erstellt.
  • Dabei wurde ein inverser Ansatz entwickelt, bei dem zunächst die Kulturpflanzen identifiziert und anschließend die verbleibende grüne Fläche als Beikraut abgeleitet wird.
  • Die Erstellung klassischer Orthofotos zur Kartengenerierung erwies sich für den zweckmäßigen Einsatz als zu aufwendig (Zeit, Ressourcen).
  • Daher wurde ein Verfahren genutzt und weiterentwickelt, bei dem einzelne Drohnenbilder direkt georeferenziert und schnell zu Karten verarbeitet werden können.
  • Der gesamte Prozess von der Drohnenbefliegung über die Kartenerstellung und die Kartenintegrierung in einen Feldroboter, bis hin zur teilflächenspezifischen mechanischen Beikrautregulierung wurde exemplarisch umgesetzt.
  • Die ökonomische Bewertung des teilflächenspezifischen Pflanzenschutzes zeigte deutliche Einsparpotenziale bei Herbiziden.

Diese Einsparungen reichen jedoch nicht aus, um die hohen Verfahrenskosten zu kompensieren, sodass keine nennenswerten Gewinnerträge erzielt werden können. Ökologisch zeigt sich insbesondere durch die Reduktion von Herbiziden ein hohes Potenzial. Insgesamt ist die Technologie vielversprechend, jedoch derzeit noch nicht praktikabel einsetzbar.

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"Beikraut im Visier - Feldanalyse mit Drohnen und Künstlicher Intelligenz" - Beitrag des Kompetenz-Netzwerks Digitale Landwirtschaft in Bayern zum Projekt

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"Präzise Beikrautregulierung zwischen Hacke und Spitze" - Beitrag des Kompetenz-Netzwerks Digitale Landwirtschaft in Bayern zum Projekt

Einblicke in das Projekt

Das Foto zeigt einen Acker aus der Drohnenperspektive, auf welchem ein Hackroboter fährt.

Feldeinsatz eines Hackroboters

Das Foto zeigt eine Person die eine Drohne über einem Acker fliegt, welcher gerade bearbeitet wird.

Drohnenbefliegung einer Versuchsfläche

Das Foto zeigt die Beikrauterkennung mittels Drohne auf einem Acker.

Beikrauterkennung mittels Drohne

Das Foto zeigt zwei unterschiedlich große Drohnen mit Sensorik und einen TFZ-Mitarbeiter im Hintergrund.

Im EWIS2-Projekt genutzte Drohnen

Das Foto zeigt die Drohnenbefliegung einer landwirtschaftlichen Versuchsfläche.

Drohnenbefliegung einer Versuchsfläche

Veröffentlichungen im Projekt EWIS2

[1] GENZE, N., WIRTH, M., SCHREINER, C., AJEKWE, R., GRIEB, M. & GRIMM, D. G. (2023): Improved weed segmentation in UAV imagery of sorghum fields with a combined deblurring segmentation model. Plant Methods 19, 87.

Improved weed segmentation in UAV imagery of sorghum fields with a combined deblurring segmentation model. Externer Link

[2] GENZE N., VAHL, W., GROTH, J., WIRTH, M., GRIEB, M., GRIMM, D. (2024): Manually annotated and curated Dataset of diverse Weed Species in Maize and Sorghum for Computer Vision. Nature Scientific Data 11: 109.

Manually annotated and curated Dataset of diverse Weed Species in Maize and Sorghum for Computer Vision. Externer Link

[3] JÄNICKE J., VILSMEIER M., GRIEB M. (2025): Entwicklung und Bewertung von Beikraut-Applikationskarten – EWIS2.

Entwicklung und Bewertung von Beikraut- Applikationskarten – EWIS2 Externer Link

[4] JÄNICKE J., VILSMEIER M., GRIEB M. (2025): Überflieger der Landtechnik. Möglichkeiten des Drohneneinsatzes in der Landwirtschaft. Landwirtschafliches Wochenblatt Hessebauer | Pfälzer Bauer | Der Landbote, Nr. 30/2025, S. 11–13.

[5] JÄNICKE J., VILSMEIER M., GRIEB M. (2025): Überflieger der Landtechnik. Möglichkeiten des Drohneneinsatzes in der Landwirtschaft. Rheinische Bauernzeitung, Nr. 31, S. 14–16.

[6] JÄNICKE J., VILSMEIER M., GRIEB M. (2025): Entwicklung von Beikraut-Applikationskarten für den Hackrobotereinsatz. In Julius Kühn-Institut (Hrsg.), 64. Deutsche Pflanzenschutztagung: Pflanzenschutz im System denken; 7. bis 10. Oktober 2025; Technische Universität Braunschweig; – Kurzfassungen der Vorträge und Poster.

Entwicklung von Beikraut-Applikationskarten für den Hackrobotereinsatz Externer Link

[7] JÄNICKE J., PITSYK V.,GENZE N., PFROMBECK J.,KOPFINGER S., GANDORFER M., GRIMM D., GRIEB M. (2026): Entwicklung von Beikraut-Applikationskarten für den teilflächenspezifischen Pflanzenschutz: Technische Umsetzung und Ökonomische Bewertung. (under review bei Berichte über Landwirtschaft).

[8] JÄNICKE J., GRIEB M. (2026): TFZ-Leitfaden: Drohnenbefliegungen: Einsatz im Präzisionspflanzenschutz (under review).

[9] PFROMBECK J., PITSYK V., GENZE N., HOFER A., SIGHART S., KOPFINGER S., GANDORFER M., GRIMM D., JÄNICKE J., GRIEB M. (2026): Autonome Teilflächenregulierung von Unkraut auf Basis KI-generierter Karten. Projektpräsentation, 46. GIL Jahrestagung, Soest.

Autonome Teilflächenregulierung von Unkraut auf Basis KI-generierter Karten Externer Link

[10] PFROMBECK J., KOPFINGER S., PITSYK V., GENZE N., GANDORFER M. (2026): Autonomous Site-Specific Weed Control Based on AI-Generated Maps. akzeptiert für CIGR-EurAgEng 2026, Turin, Italien.

[11] PFROMBECK J., PITSYK V., JÄNICKE J. (2026): Zwischen Vision und Realität: Die Präzision digitaler Unkrautkarten (eingereicht bei Schule und Beratung).

[12] PITSYK, V.; PFROMBECK, J.; GANDORFER, M. (2025): Economics of site-specific weed management: a review. Precision agriculture '25, S. 1045–1053.

Economics of site-specific weed management: a review. Precision agriculture Externer Link

[13] PITSYK V., PFROMBECK J., GANDORFER M.: Economics and adoption perspectives of site-specific weed management: A review. (under review bei Precision Agriculture).

[14] STEINER F. (2025): Landwirtschaft: Grundlagen fürs Hacken schaffen. Heise Medien GmbH & Co. KG.

Landwirtschaft: Grundlagen fürs Hacken schaffen. Externer Link

[15] SUBRAMANIAN H., GENZE N., BERNHARDT H., GRIMM D., HASELBECK F.: Towards Data-efficient Weed Detection via Fine-Tuning Grounding DINO (under review bei Computers and Electronics in Agriculture).

[16] SÜß H. (2024): Drohnen, KI und Robotik In: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, Bd. 31/2024, S. 39–40.

[17] VILSMEIER M., JÄNICKE J., GRIEB M. (2025): Drohnen und KI im Feld: Der Weg zu präziser Beikrautregulierung. Schule und Beratung. München: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus.

[18] VILSMEIER M., JÄNICKE J., GRIEB M. (2025): Drohnen und KI im Feld. Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt. Hannover: Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH. Bd. 12/2025, S. 44-45.

Projektinformationen:
Projekttitel: Entwicklung und Bewertung von Beikraut-Applikationskarten für den Einsatz von Robotern zur mechanischen Beikrautregulierung
Projektleitung: Michael Grieb
Projektbearbeitung: Jan Jänicke
Projektlaufzeit: 01.05.2023–30.04.2026
Geldgeber: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus
Projektpartner: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), TUM Campus Straubing, Professur für Bioinformatik, Prof. Dr. Dominik Grimm, Nikita Genze; Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), ILT 6, Arbeitsbereich Digitalisierung; Johanna Pfrombeck, Stefan Kopfinger, Markus Gandorfer
Förderkennzeichen: G2/N/22/11

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