Rohstoffpflanzen und Stoffflüsse

Wickroggen ist eine Pflanzenmischung aus Roggen und lila blühenden Wicken

Die Abteilung Rohstoffpflanzen und Stoffflüsse prüft laufend vielversprechende Pflanzenarten, die unter bayerischen Anbaubedingungen als Rohstoff- oder Energiekulturen angebaut und genutzt werden können. Für neue, aber auch traditionelle Kulturen werden nachhaltige Nutzungspfade für Produkte und Energie zusätzlich zur Verwendung als Nahrung und Futtermittel entwickelt. Durch diese neuen Kulturen soll die Vielfalt der Biodiversität in der Kulturlandschaft, auch durch neu geschaffene bzw. offengehaltene ökologischen Nischen, erhöht werden.

Als Vorarbeit für die züchterische Bearbeitung stehen dabei neben der Ertragsleistung und –sicherheit die Qualitätsanforderungen für die weitere Verwendung im Fokus der Versuche. Parallel wird die Produktionstechnik zu den Kulturen optimiert, um durch konkrete Anbauhinweise zur Bestandesführung und Beerntung das Produktionsrisiko zu senken.

Ziel unserer Arbeit ist es, durch umfassende Anbauberatung eine schnelle Umsetzung unserer Erkenntnisse in der Praxis zu ermöglichen, um den nachhaltigen Anbau der Rohstoff- und Energiekulturen in vielfältigen Fruchtfolgen mit weitgehender Schließung von Stoffkreisläufen zu erreichen.

Abteilungsleiterin: Dr. Maendy Fritz
Stellvertreter: Michael Grieb

Aktionswoche Artenvielfalt

Aktivierung erforderlichYouTube-Logo

Durch das Klicken auf diesen Text werden in Zukunft YouTube-Videos im gesamten Internetauftritt eingeblendet.
Aus Datenschutzgründen weisen wir darauf hin, dass nach der dauerhaften Aktivierung Daten an YouTube übermittelt werden.
Auf unserer Seite zum Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und können diese Aktivierung wieder rückgängig machen.
Bienenfreund Phacelia
Bienenfreund Phacelia
Egal, ob eine Fruchtfolge Nahrungspflanzen, Futtermittel oder Energiepflanzen enthält, sie sollte immer Ökonomie und Ökologie ausgewogen berücksichtigen. Dr. Maendy Fritz zeigt mit einer blühenden Mischung aus Phacelia, Senf und Ölrettich, wie leicht man eine attraktive und gute Futtergrundlage für Insekten schaffen und gleichzeitig den Aufbau von Humus fördern kann. Diese Mischung wird als Vorfrucht vor Sorghum angebaut, das eine späte Aussaat bis zum 20. Juni verträgt und dann im Herbst Biogassubstrat liefert. Das Sorghum bietet Honigbienen im August bis September, also zu einem ungewöhnlich späten Zeitraum, wieder Pollen, der eine wichtige Grundlage für die Aufzucht der Bienenlarven ist. Mit diesem zusätzlichen Futterangebot kommen die Bienen, aber auch Wildbienen und andere Blütenbesucher, besser über die Vegetationssaison und den Winter.

Das Video ist als Teil der "Aktionswoche Artenvielfalt" vom 29. Juni bis 3. Juli 2020 des Fachverbands Biogas entstanden. Weitere Informationen und Aktionen finden Sie unter www.biogas.org.

Aufgabenschwerpunkte

  • Welche Pflanzen eignen sich in Bayern zukünftig als Rohstoff- und Energielieferanten?
  • Wie hoch und stabil sind die langfristigen Erträge?
  • Welche Qualitätsanforderungen müssen die neuen Kulturen für eine effiziente Verwertung erfüllen?
  • Wie können diese Kulturen in nachhaltige Fruchtfolgen eingeordnet werden?
  • Welche langfristigen Folgen hat der Anbau dieser Kulturen?
  • Was ist bei der Umsetzung in die Praxis zu beachten?

Ausstattung

Schlepper auf dem Feld
Erarbeitet werden unsere Ergebnisse in Parzellen- und Gewächshausversuchen, wobei letztere uns Versuche in streng kontrollierten Bedingungen ermöglichen. Dazu betreibt das Sachgebiet ein Forschungsgewächshaus mit sechs unabhängig regelbaren Kabinen, in denen Beleuchtung, Temperaturführung, Bewässerung und Düngung vollautomatisch ablaufen.

Für die Parzellenversuche werden im Umkreis von Straubing Flächen entsprechend der jeweiligen Standortanforderungen der Projekte zugepachtet. Insgesamt belegen wir jährlich eine Fläche von über 25 Hektar mit Versuchen.

Der angegliederte Betriebshof mit Werkstatt, Maschinenhalle und Waschhalle dient der Wartung und Vorbereitung unserer technischen Geräte. In separaten Arbeitsräumen wird Saatgut geprüft und für die Aussaat vorbereitet sowie Proben aufbereitet.

Die Maschinenausstattung ist auf spezielle Versuchstechnik im Parzellenmaßstab ausgerichtet: u. a. zwei Pflegeschlepper, Parzellendrillmaschine, selbstfahrender Grünguternter, selbstfahrender Parzellenmähdrescher, reihenunabhängiger Parzellenhäcksler mit automatischer Wiege- und Probenahmeeinrichtung, Parzellendüngerstreuer sowie Parzellengüllefass mit Schleppschläuchen. Ergänzt wird dies durch gewohnte landwirtschaftliche Geräte wie Pflanzenschutzspritze, Sägeräte, diverse Bodenbearbeitungsgeräte und eine Tropfschlauch-Bewässerungsanlage.