Forschungs- und Innovationsprojekt Lagerung StMELF
Qualitätserhaltende Hackschnitzellagerung

Hackschnitzellagerung: Zwischenlager für Hackschnitzel im Wald
Im Projekt "Qualitätserhaltende Hackschnitzellagerung" werden praxisrelevante Verfahrenskennzahlen zu Trockenmasseverlusten und zur Veränderung der Brennstoffqualität (Wassergehalt, Aschegehalt, etc.) bei der Lagerung von regional typischen Hackschnitzelsortimenten unter bayerischen Klimabedingungen erarbeitet.

Ziel

Waldhackschnitzel stellen eine zunehmend knappe Energieressource dar, sodass neben einer möglichst effizienten Gewinnung und Nutzung auch der verlustarmen und qualitätserhaltenden Lagerung zukünftig erhöhte Bedeutung zukommen wird. Zudem sind im Zuge der europäischen Normungsarbeit neu definierte und teilweise gestiegene Qualitätsanforderungen erarbeitet, während gleichzeitig bei der Lagerung ein hohes Qualitäts- und Verlustrisiko besteht. Da die Ausgangsmaterialien (Waldrestholz, Energierundholz) für Hackschnitzel zunehmend ganzjährig anfallen, kommt der Frage nach der Lagerung und den damit verbundenen Risiken erhebliche Bedeutung zu.

Ziel des Vorhabens ist daher die Erarbeitung umfassender Verfahrensdaten zur Lagerung und Qualitätssicherung bei Holzhackschnitzeln. Dabei sollen neben den Substanzverlusten insbesondere die verschiedenen Wirkungen der Lagerung auf die Hackschnitzelqualität bestimmt werden. Zu den betrachteten Qualitätsparametern zählen der Aschegehalt, Wassergehalt, Heizwert und die Korngrößenverteilung sowie weitere Formparameter aus der Bildanalyse. Konsequenzen für die technischen und logistischen Anforderungen an die Hackschnitzelbereitstellung sollen abgeleitet und die Lagerung ökonomisch bewertet werden. Das Vorhaben ergänzt ein bereits bearbeitetes Forschungsvorhaben, das die Ermittlung der Verfahrenskenndaten und Einflussgrößen bei der Hackschnitzelgewinnung und Lagerbelüftung zum Inhalt hat.

Methode

  • Erfassung praxisüblicher Lagerung in Bayern (Lagerdauer, Mietengröße, Akteure, etc.)
  • Erfassung und Bewertung bereits erprobter Methoden zur Bewertung der Trockenmasseverluste bei der Lagerung von Biomasse in großen Haufwerken
  • Entwicklung eines Versuchsprogramms zur Bewertung der rohstoff- und aufbereitungsbedingten Einflussgrößen der Lagerfähigkeit
  • Durchführung von Praxisversuchen zur Lagerung von Hackschnitzeln und Energieholzsortimenten mit verschiedenen Materialvarianten, z. B. gehacktes/ungehacktes Material mit/ohne Nadeln und Laub, Erprobung verschiedener Abdeckmaterialien
  • Untersuchung weiterer Einflussgrößen bei der Lagerung von Hackschnitzeln in stationären Behälterversuchen, z. B. Qualität, Wassergehalt oder Grünanteil des Ausgangsmaterials (Rohmaterial, Aufbereitung, Hackerbauart)
  • Ökonomische Bewertung der Lagerung von Waldhackschnitzeln

Ergebnisse

  • Im Winter 2014/2015 und im Sommer 2015 wurden Freilandversuche zur Lagerung von Hackschnitzelmieten aus Waldrestholz und Energierundholz, jeweils mit und ohne Vließabdeckung, durchgeführt. Behälterversuche ergänzen die Datenbasis. Die Ergebnisse werden aktuell für die Veröffentlichung in der TFZ-Schriftenreihe "Bericht aus dem TFZ" aufbereitet.
  • Präsentation der Ergebnisse auf dem 14. Holzenergie-Symposium am 16.09.2016 in Zürich, auf dem Forest Mechanisation Symposium in Warschau (05.–07.09.2016) und der 5. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz in Graz (18.–20.01.2017)
Projektinformation
Projektleitung: Dr. Hans Hartmann
Projektbearbeiter: Theresa Mendel, Dr. Daniel Kuptz, Albert Maierhofer
Laufzeit: 01.01.2014–30.09.2016
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Projektpartner: LWF – Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Bayerische Staatsforsten (Zentrum für Energieholz)
Förderkennzeichen: EW/13/53