Forschungs- und Innovationsprojekt KlimaBeSt
Klimaverträgliche Bewirtschaftung der Staatsgüter

Zwei hellgrüne Claas-Traktoren stehen schräg nach rechts hinten versetzt vor einer Holzscheune.

Traktoren betrieben mit erneuerbaren Kraftstoffen

Im Vorhaben KlimaBeSt werden der Stand klimafreundlicher Antriebsoptionen für Land- und Forstmaschinen aufgezeigt und die Staatsbetriebe bei der Beschaffung neuer sowie der Umstellung vorhandener Maschinen unterstützt. Etwaige Bedenken sollen diskutiert und ausgeräumt werden. Bei den in Betrieb befindlichen Maschinen werden die Erfahrungen im täglichen Einsatz, wie Kaltstartverhalten oder Störanfälligkeit dokumentiert und ggf. verbessert. Am TFZ-Prüfstand und im realen Betrieb werden ausgewählte Maschinen hinsichtlich Leistung, Verbrauch und Abgasverhalten untersucht.

Ziel

Ziel des Vorhabens ist die Unterstützung der Staatsbetriebe bei der Umstellung ihrer 400 Land- und Forstmaschinen auf klimafreundliche Antriebe, durch:

  • Aufzeigen und Bewertung alternativer Antriebsoptionen für Land- und Forstmaschinen
  • Unterstützung der Staatsbetriebe bei der Beschaffung und Umrüstung von Land- und Forstmaschinen
  • Überwachung und Bewertung des Betriebs- und Abgasverhaltens ausgewählter Maschinen am TFZ-Prüfstand und im realen Betrieb durch Erhebung von Einsatzprofilen, Betriebsstoffqualitäten, Komponentenverträglichkeit, Kaltstartverhalten, Leistung, Verbrauch, Emissionen, Effizienz der Abgasnachbehandlung, Störungen etc.
  • Identifizierung von Schwachstellen und Mithilfe bei deren Beseitigung
  • Wissenstransfer und Dokumentation der Umsetzung

Methode

  • Kommunikation
    • Informationsaustausch mit Industrie, Werkstätten, Staatsbetrieben
    • Identifikation von Hürden und Steigerung der Akzeptanz bei der Einführung erneuerbarer Antriebe
    • Anfertigung kurzer Videos über klimafreundliche Maschinen auf den Staatsbetrieben
    • Infoveranstaltungen
  • Unterstützung der Staatsbetriebe
    • Betriebsdatenerfassung an den Maschinen
    • Einrichtung einer Austausch-Plattform für Fahrer und TFZ
    • Unterstützung bei der Beschaffung und Umrüstung von Maschinen und Kraftstoffversorgung
    • Mithilfe bei der Fehlersuche, -analyse und -behebung an den Traktoren
  • Datenerhebung und Begleitforschung
    • Sammlung von Daten zum Maschinenbestand sowie zum Kraftstoff-/Strombedarf
    • Leistungs-, Verbrauchs- und Abgasmessungen
    • Langzeitbeobachtung beim Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe

Aktuelle Einblicke in die Forschung

Fendt-Traktor steht vor eine Scheune, angehängt ist eine Motorbremse für die Leistungsmessung in der Forschung.

Fendt Vario 516 mit Motorbremse

Ein John Deere fährt eggend von links nach rechts über Stoppelfeld. An der Front hängt das PEMS.

Emissions-Messung beim Grubbern

Claas-Traktor mit angehängtem Futtermischwagen fährt in einen Kuhstall.

Biodieseltraktor beim Füttern

Etwa 20 Personen stehen in einer Halle mit seitlich geöffneten Glastüren vor einem grünen Traktor mit geöffneter Motorhaube.

Erfahrungsaustausch mit Akteuren der JVAs und Bayerischen Staatsgüter

Symbolische Schlüsselübergabe eine Claas-Traktor mit vier Herren im Vordergrund.

Schlüsselübergabe des CLAAS Arion

Poster zur Einladung der 22. Kraftstoffe der Zukunft-Tagung in Berlin im Januar 2025

Vortrag bei der "Kraftstoffe der Zukunft"-Tagung

Hellgrüner Claas-Traktor fährt mit Grubber von links nach rechts unten über den Acker. An der Frontaufhängung befindet sich eine metallene Box.

Reale Emissions-Messungen mit Biodiesel

Fendt-Traktor grubbert von links nach rechts am Acker. Im Hintergrund ein Wald.

10.000 Betriebsstunden mit Rapsölkraftstoff erreicht

Ein Traktor steht mit geöffneter Haube und angeschlossener Messtechnik in einem Raum mit Holzwänden und rotem Boden.

Traktoren-Prüfstand des TFZ

Vier Laborflaschen mit unterschiedlich farbigen Flüssigkeiten transparent bis dunkelgelb stehen neben einer Zapfpistole.

Untersuchung erneuerbarer Kraftstoffe im Vergleich zu Diesel

Ergebnisse

  • Die Umstellung von 83 % der insgesamt 301 Maschinen der BaySG, LfL, LWG, LWF und des TFZ auf erneuerbare Antriebe verringerte die THG-Emissionen deutlich. Die Einsparung beträgt mehr als 1.100 t CO₂-Äquivalente im Jahr 2024.
  • Die Betreiber sind überwiegend zufrieden mit der Praxistauglichkeit der Maschinen mit alternativen Antrieben. Intensive Langzeittests von bis zu 15 Jahren und 10.000 Bh je Maschine belegen, dass der Betrieb mit Rapsölkraftstoff, Biodiesel oder HVO gleich effizient und schadstoffarm ist wie bei der Verwendung von fossilem Diesel.
  • Die Umstellung von 184 Bestandsmaschinen der BaySG auf hydriertes Pflanzenöl (HVO) verlief bei rund 90 % der Fahrzeuge störungsfrei, lediglich bei älteren Maschinen traten vereinzelt Leckagen an Dichtungen sowie fehlerhafte Tankanzeigen auf.
  • Untersuchungen an zwei neuen Traktoren der Abgasstufe V mit Biodiesel zeigten, dass B100 aus technischer Sicht eine zukunftsfähige Alternative darstellen könnte. Für eine Markteinführung ist es notwendig, dass die Hersteller Freigaben für B100 erteilen. Daneben lieferten auch mehrere Traktoren beim Betrieb mit Rapsölkraftstoff gute Ergebnisse, allerdings sind auch diese Maschinen derzeit serienmäßig nicht verfügbar.
  • Trotz bestehenden Kraftstoffnormen, kam es bei allen Kraftstoffarten – auch bei fossilem Diesel – wiederholt zur Überschreitung von Grenzwerten und dadurch bedingten Beeinträchtigungen des Maschinenbetriebs. Eine sorgfältige Qualitätssicherung ist deshalb entscheidend für die Akzeptanz beim Betreiber.

Weiterführende Informationen

Projektinformationen:
Projekttitel: Wissenschaftliche Begleitung der Maßnahme: Klimaverträgliche Bewirtschaftung der Staatsgüter (KlimaBeSt)
Projektleitung: Dr. Edgar Remmele
Projektbearbeiter: Dr. Johannes Ettl, Martin Speiseder, Thomas Benesch
Laufzeit: 01.07.2022 bis 31.12.2025
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus
Förderkennzeichen: N/22/04
Projektpartner: Bayerische Staatsgüter und Bayerische Staatsforsten, Landesanstalten für Landwirtschaft, Wein- und Gartenbau, Wald und Forstwirtschaft, landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe der Justizvollzugsanstalten, Landmaschinenindustrie

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