Einsatz von Rapsölkraftstoff in Rapsöl-Traktoren
FAQs - Frequently asked questions - Häufig gestellte Fragen

Wo kann ich Rapsölkraftstoff kaufen?

Deutschlandweit können mehrere dezentrale Ölmühlen Rapsölkraftstoff anbieten. Die erforderliche Qualität von Rapsöl für die Verwendung als Kraftstoff in pflanzenöltauglichen Motoren ist durch die Norm DIN 51605 festgelegt. Erfüllt Rapsöl, z. B. für die Verwendung als Speise- oder Futteröl, diese Norm nicht, sind Probleme beim Motorbetrieb vorprogrammiert. Informationen über regionale Bezugsmöglichkeiten von Rapsölkraftstoff gibt das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) oder der Bundesverband Dezentraler Ölmühlen und Pflanzenöltechnik (BDOel) e. V.

Wieviel kostet Rapsölkraftstoff?

Der Verkaufspreis von Rapsölkraftstoff gemäß DIN 51605 schwankt je nach Marktsituation. Er ist unter anderem abhängig von den Marktpreisen für Rapssaat und Rapspresskuchen, dem Koppelprodukt der Rapsölerzeugung, und den Erlösen aus dem Treibhausgas-Quotenhandel. Der Preis für Rapsölkraftstoff betrug im ersten Quartal 2026 im Mittel ca. 156 ct pro Liter inklusive Energie- und Mehrwertsteuer. Dies sind 14 ct pro Liter mehr als Agrardiesel. Die dezentralen Ölmühlen als Bezugsquellen für Rapsölkraftstoff geben Auskunft über den aktuellen Preis. Manche Ölmühlen bieten auch eine Lohnpressung an, bei der die eigene Rapssaat gegen Entgelt in der Ölmühle verarbeitet werden kann.

Gibt es für Rapsölkraftstoff eine Steuererstattung wie beim Agrardiesel?

Seit dem 01.01.2026 kann die Energiesteuer-Rückerstattung identisch zu fossilem Agrardiesel auch für Pflanzenölkraftstoff, Biodiesel und HVO-Diesel beim zuständigen Hauptzollamt beantragt werden. Die Höhe der Rückerstattung beträgt 21,48 ct/l.

Woher weiß man, ob Rapsölkraftstoff die Anforderungen gemäß DIN 51605 erfüllt?

Grundsätzlich darf Rapsöl zur Verwendung als Kraftstoff nur gemäß DIN 51605 verkauft werden. Dies sollte vom Verkäufer bzw. Lieferanten im Kaufvertrag zugesichert und am besten durch ein aktuelles Analysezertifikat nachgewiesen werden. Um eventuellen Streitigkeiten vorzubeugen, ist es ratsam bei jeder Kraftstofflieferung eine Rückstellprobe (z. B. aus der Zapfpistole des Tankwagens) zu entnehmen. Dabei sollten je gelieferter Charge eine Probemenge von zweimal einem Liter genommen und in neuen Kunststoffflaschen kühl und dunkel so lange aufbewahrt werden, bis der Kraftstoff verbraucht ist. Bei Bedarf können zertifizierte Analyselabore die Einhaltung der Norm DIN 51605 prüfen. Auskünfte zu zertifizierten Analyselaboren gibt das TFZ.

Wie wird Rapsölkraftstoff richtig gelagert?

Die Lagerung von Rapsölkraftstoff sollte im Idealfall bei konstant niedrigen Temperaturen zwischen 5 und 10 °C sowie bei Dunkelheit erfolgen. Der Eintrag von Wasser und Schmutz sowie die Vermischung verschiedener Kraftstoffchargen ist auszuschließen. Als Lagerbehälter eignen sich Tanks aus Stahl, Edelstahl oder Kunststoff, wie HDPE. Der Kontakt von Rapsöl mit Buntmetallen (vor allem Kupfer) ist zu vermeiden. Für geringere Lagermengen haben sich sogenannte „Intermediate Bulk Container“ (IBC) mit einem Inhalt von 1.000 Litern bewährt. Bei guten Lagerungsbedingungen kann ein qualitativ hochwertiges Rapsöl über zwölf Monate gelagert werden. Bei sehr ungünstigen Bedingungen kann der Parameter Oxidationsstabilität bereits nach drei Monaten unter die Anforderungen der Norm DIN 51605 absinken.

Was ist bei der Errichtung von Eigenverbrauchs-Tankstellen für Rapsölkraftstoff zu beachten?

Rapsölkraftstoff (ohne Additive) ist nach der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) keiner Wassergefährdungsstufe zugeordnet, gilt jedoch aufgrund seiner Eigenschaft, auf Gewässern aufzuschwimmen, als allgemein wassergefährdend. Bei Betankungs- und Lagereinrichtungen, wie zum Beispiel Hoftankstellen, richten sich die technisch notwendigen Auflagen nach dem Standort der Tankstelle. Wenn keine Gefahr besteht, dass Rapsölkraftstoff in oberirdische Gewässer gelangen kann, sind keine Anforderungen gemäß der AwSV definiert. Wenn aber die Gefahr besteht, dass Rapsölkraftstoff in oberirdische Gewässer gelangen kann, müssen die technischen und organisatorischen Maßnahmen, die in der AwSV genannt und in der Technischen Regel TRwS 781 (Technische Regel wassergefährdender Stoffe –Tankstellen für Kraftfahrzeuge) näher ausgeführt sind, ergriffen werden.
Von einigen Herstellern werden geeignete Tankanlagen, Zapfpistolen und weiteres Zubehör angeboten.

Anbieter von Tankanlagen, Zapfsäulen und Zubehör für Rapsölkraftstoff

Welche Traktoren können mit Rapsölkraftstoff betrieben werden?

Die Nutzung von Rapsöl als Kraftstoff in herkömmlichen Dieselmotoren ist aufgrund der von Dieselkraftstoff abweichenden Eigenschaften nur nach Anpassungen einzelner Bauteile und der Software möglich. Neue vom Hersteller freigegebene Traktoren, die zu 100 Prozent mit Rapsölkraftstoff betrieben werden können (Ein-Tank-System), sind derzeit nicht erhältlich. Für Traktoren unterschiedlicher Hersteller gibt es erprobte Umrüstlösungen, die meist auf einem Zwei-Tank-System basieren. Hierbei wird Dieselkraftstoff für bestimmte Betriebsereignisse (Startvorgang, Partikelfilter-Regeneration etc.) verwendet, der Regelbetrieb erfolgt mit Rapsölkraftstoff. Die Firma bioltec systems GmbH bietet Zwei-Tank-Lösungen für verschiedene Marken und Modelle an. Bei Bedarf kann das TFZ bei der Vermittlung von Kontakten behilflich sein.

Wieviel kostet eine Umrüstung auf Rapsölkraftstoff?

Die Kosten für die Zusatzausstattung bzw. für die Umrüstung auf den Pflanzenölbetrieb richten sich nach dem jeweiligen Traktor bzw. Fahrzeug. Als unverbindlicher grober Richtwert kann ein Preis von ca. 8.000 bis 12.000 € angenommen werden. Bei größeren Stückzahlen ist mit geringeren Preisaufschlägen zu rechnen.

Gibt es eine Förderung für Rapsölkraftstoff-Traktoren?

Energieeffizienz-Richtlinie

Landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe können sich um Fördergelder aus dem „Bundesprogramm Energieeffizienz“ bewerben. Es werden Investitionen gefördert, die die Energieeffizienz und damit die CO2-Einsparung der landwirtschaftlichen Primärproduktion wesentlich erhöhen. Gefördert wird unter anderem die Anschaffung oder Umrüstung von Landmaschinen zur Nutzung von Biokraftstoffen wie zum Beispiel Rapsölkraftstoff. Gefördert wird außerdem die direkte Elektrifizierung von Landmaschinen (v. a. Traktoren) als Ersatz von landwirtschaftlichen Maschinen mit Verbrennungsmotoren. Die Förderquote dieser Einzelmaßnahmen sind den aktuellen Förderkonditionen zu entnehmen. Seit dem 04.03.2026 besteht ein Antragsstopp. Nähere Informationen dazu finden sich auf der Homepage der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.).

Bundesprogramm Energieeffizienz (FNR) Externer Link

Klimaschutzprogramm gemäß Bayersichen Klimaschutzgesetz

Die Bayerische Staatsverwaltung soll laut Maßgabe des Bayerischen Klimaschutzprogramms bis 2028 klimaneutral werden. Dazu werden die Fahrzeuge der Bayerischen Staatsgüter nach und nach auf regenerative Energieträger, wie z. B. Rapsölkraftstoff, Biodiesel (FAME), Biomethan, HVO-Diesel oder Strom umgestellt.

Bayerisches Klimaschutzgesetz und Klimaschutzprogamm Externer Link