Stoffkreisläufe

Kemnath: In den großen Fermentern werden Pflanzen zu Biogas vergoren

Die unterschiedlichen Nutzungspfade der Bioenergie beinhalten meist eine vollständige Abfuhr der oberirdischen Biomasse. Je nach Verwertung der pflanzlichen Rohstoffe fallen allerdings unterschiedliche Mengen an Reststoffen verschiedenster Qualität an, die zur Schließung von Stoffkreisläufen nach Möglichkeit wieder auf die landwirtschaftlichen Flächen zurückgeführt werden sollten.

Bei der energetischen Nutzung von Pflanzen in der Biogasanlage entstehen Gärreste, die als wertvolle organische Düngemittel zurück auf die Flächen ausgebracht werden können und so die Nährstoffkreisläufe weitgehend schließen. Die Düngewirkung kann dabei je nach Zusammensetzung variieren. Für eine Optimierung der Nährstoffverwertung sind verschiedene Strategien denkbar.
Neben der Vergärung zur Erzeugung von Biogas kann pflanzliche Biomasse auch zur Bereitstellung von Bioenergie in Form von LCB-Ethanol (Ethanol aus lignocellulosehaltiger Biomasse) oder Biomass to Liquid (BtL)-Kraftstoffen genutzt werden. Hierbei werden jedoch keinerlei auf Ackerflächen rückführbare Reststoffe erwartet. Bei allen Verfahren muss die Abfuhr der Biomasse und damit der Verlust von organischer Substanz und Nährstoffen durch geeignete ackerbauliche Maßnahmen ausgeglichen werden, um die wichtigen Funktionen und Ökosystemleistungen der Böden zu erhalten, sowie langfristige Ertragsminderungen zu vermeiden. Da sich bei Bewirtschaftungsänderungen ein Gleichgewicht der organischen Bodensubstanz erst nach Jahrzehnten einstellt, sind in diesem Zusammenhang langfristige Untersuchungen erforderlich.

Nachhaltigkeit der Nutzungspfade Biogas und BtL (Gärrestversuch Bayern)

Das Drohnenfoto zeigt einen Standort des Gärrestversuchs Bayern von oben. Dabei erscheinen die Parzellen der Kulturen in kleinen Rechtecken.

Im Rahmen des Projekts „Prüfung langfristiger Nachhaltigkeit der Nutzungspfade Biogas und BtL“ wurden zusammen mit dem Institut für ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz (IAB) sowie der Abteilung Qualitätssicherung und Untersuchungswesen (AQU) der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) am TFZ und am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach (AELF AN) seit 2009 Feldversuche mit unterschiedlichen Düngeregimen durchgeführt.  Mehr

Optimierung der Stickstoffdüngung von Durchwachsener Silphie

Das Foto zeigt einen roten Traktor mit gelbem Güllefass mit Schleppschlauch bei der Gärrestausbringung von oben.

Im Rahmen des Projekts "Entwicklung von Umbruchstrategien für Dauerkulturflächen und Weiterführung des Gärrestdüngungsversuchs in Durchwachsener Silphie" werden seit 2019 Anhand des Vergleichs zwischen einer rein mineralischen N-Düngung und der Ausbringung von Gärresten Erkenntnisse für eine weitere Optimierung der N-Düngung in D. Silphie gewonnen. Durch die Aufteilung der Frühjahrsdüngung auf einen oder zwei Termine kann außerdem der Einfluss des Düngetermins untersucht werden. Des Weiteren geht es darum die Frage zu beantworten, ob eine Gärrestdüngung im Herbst zu D. Silphie sinnvoll ist oder aufgrund mangelnder Verwertung das Nitratauswaschungspotential erhöht.  Mehr

Gärrestdüngung im EVA-Verbundvorhaben

Eine Biogasanlage

Im Rahmen des Verbundvorhaben EVA (Entwicklung und Vergleich von optimierten Anbausystemen für die landwirtschaftliche Produktion von Energiepflanzen unter den verschiedenen Standortbedingungen Deutschlands) wurde am TFZ ab 2009 ein Satellitenversuch zur Gärrestnutzung durchgeführt.  Mehr

Versuchspartner

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