Forschungs- und Innovationsprojekt OptiHemp
Verwertung und Anbauoptimierung von Hanf als Nachwachsender Rohstoff

Auf dem Foto ist eine gefiederte Hanfpflanze erkennbar

Bild: Tobias Hase/StMELF

Hanf mit seinen vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten soll wieder vermehrt angebaut werden, da mit dieser Erweiterung des Kulturartenspektrums die Biodiversität gestärkt werden kann. Durch innovative Hanfprodukte wie CBD-Extrakte entstehen neue Chancen für die Wertschöpfung im ländlichen Raum. Durch das Projekt werden konkrete Empfehlungen zum nachhaltigen Anbau sowie den erzielbaren Qualitäten und Erträgen für die diversen Nutzungspfade erarbeitet. Beratungsaussagen sind nötig zu Sortenwahl, Saatdichte und -zeitpunkt, Erntetermin sowie zum Stickstoffbedarf. Auch die rechtliche Situation und die Marktlage werden laufend ermittelt und in der Beratung weitergegeben.

Ziel

Zielsetzung des Projektes ist es unter anderem, den korrekten Düngebedarf von Hanf für die verschiedenen Nutzungsrichtungen zu bestimmen. Die bisherigen Werte im „Gelben Heft“ sind veraltet und nur auf die Fasernutzung ausgelegt. Durch eine Überarbeitung können das Grundwasser geschützt und unnötige Düngermengen eingespart werden. Das Projekt soll mit konkreten Empfehlungen zum nachhaltigen Anbau und den erzielbaren Qualitäten und Erträgen, der Darstellung der diversen Nutzungsmöglichkeiten sowie aktuellen Kontaktlisten zu Verarbeitern und Geräteverleihern die nötigen Entscheidungsgrundlagen als Basis für einen weiteren Anbau der vorteilhaften Kultur schaffen.

Methode/Arbeitsschwerpunkte

Im Rahmen des Projekts werden wichtige Forschungsfragen zum Hanfanbau, Nutzungsrichtungen und Marktpotenzial durch folgende Vorgehensweise eruiert:

  • Klärung produktionstechnischer Fragen je nach Nutzungsrichtung sowie Möglichkeiten mechanischer Unkrautregulierung in Körnerhanf
  • Prüfung der Standortvoraussetzungen
  • Ökologische Bewertung, besonders mit Blick auf Gewässerschutz
  • Erarbeitung konkreter Sortenempfehlungen je nach Nutzungsrichtung und Fruchtfolgestellung
  • Anzeigen der möglichen Verwertungsvarianten und Kopplungsnutzung
  • Netzwerkarbeit zur Bereitstellung von Kontakten zu Verarbeitern, Verleihmöglichkeiten für Erntegeräte sowie Informationen zur rechtlichen Situation
  • Vorstellung der Erkenntnisse am jährlichen TFZ-Feldtag und durch Informationsmaterial

Zwischenergebnisse

  • Hanf benötigt optimale Aussaatbedingungen: tiefgründiger und humoser Boden, keine Bodenverdichtungen, Bodentemperatur zur Aussaat >10 °C und gute Wasserverfügbarkeit.
  • Der sehr geringe Kornertrag von 3 dt/ha, im Vergleich zu durchschnittlich 16 dt/ha, in dem Versuch zur Frühaussaat 2020 hat die Bedeutung der Bodentemperatur zur Aussaat für das Hanfwachstum verdeutlicht.
  • Die Wachstumskurve entsprach in beiden Jahren dem für Hanf typischen Wachstumsverlauf. Nach einer anfänglichen Phase von vier Wochen mit geringem Längenwachstum folgte in den nächsten vier Wochen ein rascher Anstieg, bevor das Längenwachstum wieder abflachte und die Endhöhe (Finola: 70 bis 184 cm, Futura: 182 bis 287 cm) erreichte.
  • Vogelfraß hat einen hohen Einfluss auf den Kornertrag: Die Ertragsverluste ohne Vogelschutzmaßnahme lagen bei 2,9 dt /ha.
  • Bei weiten Reihenabständen oder lückigen Beständen ist in Körnerhanf eine mechanische Unkrautregulierung mittels Hacke empfehlenswert, da sich sonst Beikräuter zu stark ausbreiten.
  • Die Ergebnisse aus den Stickstoff (N)-Düngeversuchen der Nutzungsrichtungen Faserhanf, Körnerhanf und CBD-Hanf geben bisher keine Anhaltspunkte dafür, von dem empfohlenen gemeinsamen Bedarfswert von 160 kg N/ha abzuweichen. Es hat sich allerdings gezeigt, dass der Kornertrag, anders als der Faserertrag, mit zusätzlicher Düngung über 160 kg N/ha hinaus weiter ansteigt. Dies spiegelte sich auch in der abgefahrenen Stickstoffmenge im Erntegut wider. Im Körnerhanf stieg sie mit steigender N-Verfügbarkeit bis 240 kg N/ha an, wohingegen im Faserhanf ein geringerer, teilweise abflachender, Anstieg beobachtet wurde. In allen Nutzungsrichtungen lag der Nmin-Gehalt im Boden nach der Ernte niedriger als zu Vegetationsbeginn und nahm mit steigender N-Verfügbarkeit leicht zu.
  • Für eine endgültige Bemessung der N-Bedarfswerte für die drei Nutzungsrichtungen muss das dritte Versuchsjahr abgewartet werden.
  • Bei einer verfügbaren Stickstoffmenge von 160 kg N/ha wurden in den verschiedenen Versuchen durchschnittlich
    16 bis 24 dt TM Körner/ha, 97 dt TM Röststroh/ha und 10 bis 19 dt Blütentrockenmasse/ha geerntet.
  • In Bezug auf den CBD-Ertrag zeichnete sich in den bisherigen Versuchen ab, dass mit späteren Ernteterminen höhere CBD-Erträge erzielt werden.
  • Starke Unterschiede der Ertragsparameter zwischen den Standorten Straubing und Haus Düsse (Nordrhein-Westfalen) verdeutlichten die Bedeutung der Standortvoraussetzung und der Witterung beim Hanfanbau.
Ergebnisse der CBD-Gehalte, TM-Stroh- und Kornerträge

Das Grafik zeigt ein Balkendiagramm der CBD-Gehalte zu unterschiedlichen Ernteterminen

Abb. 1: CBD-Gehalte

Die Grafik zeigt ein Balkendiagramm der Trockenmasse-Stroherträge der Sorte Finola

Abb. 2: TM-Stroherträge

Die Grafik zeigt ein Balkendiagramm der Trockenmasse-Kornerträge der Sorte Earlina 8 FC, Finola in Bayern und NRW

Abb. 3: TM-Kornerträge

Einblicke in das Projekt

Das Foto zeigt eine Drohnenaufnahme der Versuchsfläche im Blockdesign im Jahr 2020

Drohnenaufnahme 2020

Das Foto zeigt eine Drohnenaufnahme der Hanfversuche im Blockdesign im Jahr 2021

Drohnenaufnahme 2021

Das Foto zeigt eine Drohnenaufnahme der Hanfversuchsfläche 2022

Drohnenaufnahme 2022

Das Foto zeigt die Aussaat von Nutzhanf mit einer Parzellensämaschine

Aussaat von Nutzhanf

Das Foto zeigt eine Versuchsfläche mit verschiedenen Aussaatterminen und Reihenweiten der Sorte Finola im Vergleich

Verschiedene Aussaattermine

Das Foto zeigt eine mechanische Unkrautregulierung mittels Hacke im Körnerhanf

Mechanische Unkrautregulierung

Das Foto zeigt eine wissenschaftliche Mitarbeiterin im Körnerhanfbestand

Körnerhanf

Das Foto zeigt eine wissenschaftliche Mitarbeiterin des TFZ im Faserhanfbestand

Faserhanfbestand

Das Foto zeigt eine Drohnenaufnahme verschiedener Stickstoffversorgungen im Faserhanf im Blockdesign

Verschiedene Stickstoffversorgungen

Das Foto zeigt den Beginn der männlichen Blüte der Sorte Earlina 8 FC

Beginn der männlichen Blüte

Das Foto zeigt eine männliche Blüte der Sorte Finola

Männliche Blüte

Das Foto zeigt weibliche und männliche Hanfpflanzen der Sorte Finola

Weibliche und männliche Hanfpflanzen

Das Foto zeigt einen weiblichen Fruchtstand der Sorte Finola

Weiblicher Fruchtstand

Das Foto zeigt eine Parzelle der Sorte Finola und Henola im Vergleich

Parzelle der Sorte Finola und Henola

Das Foto zeigt weibliche und männliche Blütenansätze der Sorte Earlina 8 FC

Weibliche und männliche Blütenansätze

Das Foto zeigt einen grünen Mähdrescher bei der Körnerhanfernte

Körnerhanfernte

Das Foto zeigt einen Traktor mit Mähbalken bei der Faserhanfernte

Faserhanfernte

Das Foto zeigt gewendetes Faserhanfstroh der Sorte Futura 75 während der Feldröste

Gewendetes Faserhanfstroh

Das Foto zeigt die einhäusige Hanfsorte Earlina 8 FC

Einhäusige Hanfsorte

Das Foto zeigt einen Grünguternter bei der Ernte von CBD-Hanf

CBD-Ernte

Projektinformationen
Projekttitel: Verwertung und Anbauoptimierung von Hanf als Nachwachsender Rohstoff
Projektleitung: Dr. Maendy Fritz
Projektbearbeitung: Karolin Eichhoff, Susanne Scholcz
Laufzeit: 01.01.2020–31.12.2022
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF)
Projektpartner:
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)
TUM Campus Straubing Organisch-Analytische Chemie
Landwirtschaftskammer NRW – Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse
Förderkennzeichen: G2/N/19/07

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