Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum L.)

Durchwachsene Silphie
Die Durchwachsene Silphie stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie ist mehrjährig und wird bis zu drei Meter hoch. Verwachsene Blattpaare am vierkantigen Stängel bilden kleine Becher, in denen sich Tau- und Regenwasser sammelt, daher auch die Bezeichnung „Becherpflanze”. Bislang eher von Gärtnern und Imkern geschätzt oder als Grünfutter für Kleintiere genutzt, rückt die Silphie verstärkt als Energiepflanze in den Fokus. Ein hoher Flächenertrag und die ökologischen Vorteile einer Dauerkultur machen sie zunehmend interessanter für die Biogasproduktion. Konnte eine Bestandesetablierung bisher nur durch eine arbeits- und kostenintensive Pflanzung realisiert werden, kann sie nun auch mittels Untersaat erfolgen. Am TFZ wird die Silphie derzeit zu Forschungszwecken angebaut.
Schlepper sät Silphie

Schlepper sät Silphie

Blattrosette der jungen Silphie

Blattrosette der jungen Silphie

Blattbecher mit Silphieblüte

Blattbecher mit Silphieblüte

Silphie-Bestand

Silphie-Bestand

Bräunlich gestreifte Honigbiene auf einer gelben Silphie-Blüte

Honigbiene auf einer Silphieblüte

Anbauhinweise

Standortansprüche:

  • Die Silphie stellt keine besonderen Ansprüche an Klima oder Boden. Sie ist relativ winterfest und gedeiht auch auf leichteren Standorten. Allerdings braucht sie für hohe Erträge humose Böden mit einer guten Wasserführung. Staunasse Standorte sind nicht geeignet.

Saat:

  • Prinzipiell ist die Silphie über Saatgut oder Pflanzgut zu vermehren. Das Saatgut muss jedoch vorbehandelt werden um die Keimfähigkeit zu erhöhen. Die Aussaat sollte von Mitte April bis spätestens Mitte Juni erfolgen, während eine Pflanzung bis Mitte Juli möglich ist. Die Pflanzung schafft außerdem einen Vorsprung vor den Unkräutern aufgrund ihrer Konkurrenzschwäche im ersten Jahr, ist jedoch recht arbeitsintensiv. Praxisüblich ist die Etablierung als Untersaat unter Deckfrucht Mais (siehe TFZ-Merkblatt).
    • Saatstärke: 15 bis 25 keimfähige Samen/m2
    • Pflanzdichte: 4 Pflanzen/m2
    • Reihenabstand: 37,5 bis 50 cm; je nach vorhandener Produktionstechnik (an mechanische Unkrautbekämpfung anpassen!)

Pflege:

  • Aufgrund der oben bereits genannten geringen Konkurrenzfähigkeit der Jungpflanzen, sollte eine meist mehrfache Unkrautkontrolle im ersten Jahr erfolgen. Ein feinkrümeliges, unkrautfreies Saat- bzw. Pflanzbett ist als Grundvoraussetzung erforderlich.
  • Eine chemische Unkrautkontrolle ist mit dem zugelassenen Bodenherbizid Stomp Aqua nach der Pflanzung bzw. ab dem Zeitpunkt unmittelbar nach der Saat möglich (Ende der Zulassung: 31.07.2018). Für alle anderen Pflanzenschutzmittel muss im Einzelfall eine Genehmigung bei der Landesanstalt für Landwirtschaft beantragt werden (siehe weiterführende Informationen). Eine mechanische Unkrautkontrolle ist ebenfalls möglich. Ist der Bestand einmal geschlossen, kann auf weitere Unkrautbekämpfungsmaßnahmen verzichtet werden.
  • Je nach Vorfrucht und Witterungsbedingungen können Sclerotinia- und Cladosporium-Befall auftreten, letzter bisher ohne Ertragseinbußen. Bei stärkerem Sclerotinia-Befall sollte der Bestand umgehend geerntet werden, um die Ausbildung von Dauerkörpern des Pilzes zu minimieren. Tierische Schädlinge traten bislang nur im tolerablen und nicht ertragsmindernden Umfang auf.

Düngung:

  • Im Anlagejahr als Pflanzung reicht eine Startdüngung von ca. 50 kg N/ha zur Etablierung aus. Wird die Silphie als Untersaat in Mais gesät, richtet sich der Düngebedarf nach der Deckfrucht, bei der die verringerte Pflanzenzahl berücksichtigt wird.
  • Ab dem zweiten Jahr beträgt der N-Bedarfswert für die Silphie 140 kg N/ha für einen mittleren Ertrag von 500 dt FM/ha (28 % TS). Bei Etragsdifferenzen von 50 dt FM/ha können Zu- und Abschläge in Höhe von +10 bzw. -15 kg N/ha berücksichtigt werden (Stand März 2018).
  • Bei einem Ertragsniveau von 150 dt TM/ha ist mit Entzügen von 60 bis 70 kg P2O5/ha, 240 bis 300 kg K2O/ha, 85 bis 115 kg MgO/ha sowie 280 bis 420 kg CaO/ha zu rechnen.

Ernte:

  • Im Pflanzjahr bilden die Pflanzen nur eine Rosette, im zweiten Jahr liefern sie den ersten Ertrag. Die Ernte erfolgt in der Zeit von Ende August bis Ende September.
  • Meist erreicht sie Trockensubstanzgehalte von 25 bis 27 %, wobei sie schon bei 25 % TS nur sehr wenig Sickersaft bildet. TS-Gehalte oberhalb 30 % sollten vermieden werden, da die Verholzung dann stark voranschreitet und die Methanausbeute sinkt.
  • Eine Verwertung erfolgt in der Regel als Biogassubstrat. Die Methanausbeute der Silphie liegt etwa 15 bis 25 % unter der von Mais.

Weiterführende Informationen

Publikationen