Leindotter (Camelina sativa (L.) Crantz)

Leindotter
Leindotter stammt aus Südosteuropa/Südwestasien und wurde in Westeuropa schon 400 vor Christus genutzt. Ursprünglich als Unkraut auf den Getreide- und Leinfeldern wurde Leindotter allmählich wegen seiner stark öl- und eiweißhaltigen Samen kultiviert, geriet dann jedoch in Vergessenheit. Leindotter ist ein einjähriger, krautiger Kreuzblütler mit ausgeprägter Kältetoleranz aber eingeschränkter Winterhärte. Durch seine Anspruchslosigkeit und die kurze Vegetationsdauer von etwa 110 Tagen kann Leindotter sogar auf schlechteren Standorten angebaut werden und gewährleistet auch dort hohe Produktionssicherheit.
Seit 2008 ist das Verfütterungsverbot für Leindotter-Produkte aufgehoben. Damit ist die Verwertung des Presskuchens als Tierfutter möglich und erweitert so das Spektrum der bisherigen Nutzungsmöglichkeiten.
Neues Ziel ist es, mit Leindotteröl eine nachhaltige Rohstoffquelle mit gesellschaftlicher Akzeptanz zu etablieren, da Leindotter eine deutlich extensivere Produktionsweise aufweist als beispielsweise Raps.
Leindottefeld mit gelben Blüten

Leindottefeld

Leindotterbestand in der Blüte mit beginnender Fruchtbildung

Leindotterbestand

Leindotter im Rosetten-Stadium

Rosette

Junger Leindotter-Bestand während des Schossens

Schossen

Junger Leindotter-Bestand mit beginnender gelber Blüte

Beginnende Blüte

Leindotter-Bestand mit gelben Blütenständen

Blüte

Grünliche und gestielte Fruchtstände des Leindotters

Fruchtbildung

Abgereifter Leindotter-Bestand mit bräunlichen Fruchtständen

Abreife

Anbauhinweise

Standortansprüche:

  • Leindotter erreicht selbst auf leichten, nährstoffarmen und wenig tiefgründigen Böden sichere Erträge, zeigt hohe Trockenheitsresistenz und Kältetoleranz.

Saat:

  • Die Aussaat sollte im Frühjahr so früh wie möglich in feinkrümeliges, flaches Saatbeet mit Ablagetiefe von maximal 2 cm erfolgen.
    • Bei der Aussaat mit der Getreidedrillmaschine kann im Vergleich zur Breitsaat mit Granulat-Streuer ein etwas höherer Feldaufgang erreicht werden (70 bis 90 % statt 50 bis 75 %).
    • Angestrebte Bestandesdichte: 350 bis 500 Pflanzen/m².

Pflege:

  • Eine Unkrautbekämpfung bei Leindotter ist selten erforderlich, bei Breitsaat zeigt die Pflanze eine gute Unkrautunterdrückung (s. TFZ-Merkblatt).
  • Ein Krankheitsbefall ist selten bekämpfungswürdig, es bestehen zudem kaum Einflussmöglichkeiten. Nur Starkbefall durch Rapsglanzkäfer zu Blühbeginn ist behandlungswürdig.

Düngung:

  • Optimaler Zeitraum für die Stickstoffdüngung ist kurz nach der Saat bis kurz nach dem Auflaufen (plus 2 bis 3 Wochen später bei Aufteilung der Düngergabe).
  • Für Leindotter beträgt der N-Bedarfswert 110 kg N/ha für einen mittleren Ertrag von 20 dt FM/ha (91 % TS) bei der Körnernutzung. Bei Ertragsdifferenzen von 5 dt FM/ha können Zu- und Abschläge in Höhe von +10 bzw. -15 kg N/ha berücksichtigt werden (Stand: März 2018).
  • Weitere Nährstoffe wie P, K, Mg und S können mit Saatbettbereitung eingearbeitet oder nach Saat oberflächig aufgestreut werden. Der Nährstoffbedarf liegt für P2O5 bei 65 kg/ha, für K2O bei 150 kg/ha, für MgO bei 20 kg/ha und für S bei 35 kg/ha.
  • Nährstoffrückführung über das Stroh beachten (s. TFZ-Merkblatt).

Ernte:

  • Die Ernte erfolgt ab Ende Juli mit dem Mähdrescher bei einer optimalen Feuchte des Ernteguts von 9%.
    • Ertragserwartung: 20 bis 25 dt FM/ha.

TIPP:

  • Schoten des Leindotters platzen nur bei schwerem Regen und Hagel auf, möglichst gute Abreife und hohen Trocknungsgrad abwarten.
  • Vorsicht mit der Haspel, kein scharfer, dafür aber intensiver Trommeleinsatz.
  • Vorsicht beim Wind, Leindotterkörner werden meist in den Schoten sitzend durch zu starke Windeinstellung ausgeblasen.

Weiterführende Informationen

Publikationen