Quinoa (Chenopodium quinoa)

Rötliche Rispenstände eines Quinoabestands
Quinoa, auch Reismelde genannt, ist ein Gänsefußgewächs, das aus der Andenregion Südamerikas stammt. Wie Buchweizen ist Quinoa eine sogenannte Pseudocerealie, das heißt, die Pflanze produziert stärkereiche Körner, zählt jedoch nicht zu den Getreidearten. Quinoa ist als potenzielle Energiepflanze interessant, da sie schnellwachsend ist und schon nach etwa 90 bis 100 Tagen als Ganzpflanze gehäckselt und siliert werden kann. Zudem ist Quinoa gegen Frühfröste unempfindlich. Zur Abreife im Herbst verfärbt sich die gesamte Pflanze je nach Sorte von gelb bis rot.
Quinoa wird in Deutschland aktuell noch kaum angebaut, könnte jedoch in Zukunft als Zwischenfrucht nach der Ernte von Ganzpflanzengetreide die Vegetationslücke bis zur Folgefrucht schließen und als Ganzpflanzensilage für die Biogasproduktion dienen.
Versuchsfeld mit abreifenden Quinoabeständen im Herbst

Versuchsfeld

Quinoa-Bestand mit verschiedenfarbigen Sorten im Herbst

Quinoa-Bestand

Gelbliche und rötliche Fruchtstände im Herbst

Gelbliche und rötliche Fruchtstände

Orangefarbener Fruchtstand während der Abreife im Herbst

Orangefarbener Fruchtstand

Rötlicher Fruchtstand während der Abreife im Herbst

Rötlicher Fruchtstand

Anbauhinweise

Standortansprüche:

  • Ein lockerer Boden mit stabiler Struktur und guter Wasserführung ist für Quinoa optimal. Staunässe sollte vermieden werden, ferner ist Quinoa empfindlich gegen Verkrustung und Verschlämmung. Sonst stellt Quinoa nur geringe Ansprüche an Boden und Wasser. Sie ist auch sehr gut für höhere Lagen geeignet, da sie Frost und Dürre verträgt. Standorte mit hohem Unkrautdruck sind zu meiden, da derzeit keine Herbizide zugelassen sind.

Saat:

  • Saatstärke:
    • Als Biogassubstrat: 200 Körner/m2 (5–7 kg/ha)
    • Zur Kornnutzung: 80–100 Körner/m2 (3–5 kg/ha)
  • Reihenweite: 12–50 cm (weiterer Abstand ermöglicht den Einsatz der Hacke zur Unkrautbekämpfung)
  • Saattiefe: 1–2 cm, Anwalzen ist von Vorteil, (es ist auch möglich, das Saatgut nur oberflächlich auf den Boden zu streuen und dann anzuwalzen)
  • Aussaat:
    • Als Biogassubstrat: Ab Mitte/Ende Juni, ggf. bis Mitte Juli möglich
    • Zur Kornnutzung: Ab Ende April

Pflege:

  • Für Quinoa sind keine Herbizide zugelassen.
  • Der Einsatz der Hacke während der Kulturzeit ist bei höherem Unkrautdruck sinnvoll. Im späteren Entwicklungsverlauf schließt Quinoa die Reihen und unterdrückt Unkräuter.
  • Ein Schädlingsbefall durch Erdflöhe und Blattläuse ist möglich.

Düngung:

  • Auf gut versorgten Böden ist keine Düngung nötig. Der N-Bedarfswert für Quinoa beträgt 120 kg N/ha für einen mittleren Ertrag von 180 dt FM/ha (28 % TS) bei GPS-Quinoa und 30 dt FM/ha (85 % TS) für die Körnernutzung. Dieser Bedarfswert sollte nicht überschritten werden, da sich sonst die Abreife verzögern kann. Bei Ertragsdifferenzen von 20 bzw. 5 dt FM/ha können Zu- und Abschläge in Höhe von +10 bzw. -15 kg N/ha berücksichtigt werden (Stand März 2018).

Ernte:

  • Mitte bis Ende September (bei beiden Nutzungsformen)
    • Kornertrag: Der zu erwartene Kornertrag liegt bei ca. 20–30 dt/ha
    • Biomasseertrag: Bei einer Aussaat Anfang bis Mitte Juni und einer Ernte im September, sind bis zu 70 dt/ha Trockenmasse möglich (Ziel-Trockensubstanz: 28 %)

Weiterführende Informationen

Ergebnisse der Sortenversuche

Publikationen