Miscanthus (Miscanthus × giganteus)

Miscanthus im Schaugarten des TFZ
Miscanthus – eine ausdauernde Pflanze aus der Gattung der Süßgräser (Poaceae) – stammt aus dem ostasiatischen Raum (China, Korea, Japan) und gehört wie Mais und Sorghum zu den C4-Pflanzen. Die auch als Chinaschilf bekannte Pflanze umfasst eine Vielzahl von Varietäten, die als Ziergräser in Gärten Verwendung finden. Als Energiepflanze wird jedoch vornehmlich der Klon Miscanthus × giganteus angebaut.
Ende der 1980er Jahre bis Anfang der 1990er Jahre wurden in Bayern an zehn verschiedenen Standorten Parzellenversuche von der Bayerischen Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau (LBP), Freising und der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Veitshöchheim, angelegt. Drei immer noch bestehende Dauerversuche werden mittlerweile vom TFZ erhalten und betreut.

Heute beträgt der deutschlandweite Anbauumfang von Miscanthus geschätzt 4.600 Hektar, wobei schätzungsweise rund 1.500 Hektar auf die bayerische Landwirtschaft entfallen (Quellen: FNR, BMEL 2018). Als Dauerkultur kann Miscanthus über 20 Jahre lang mit geringem pflanzenbaulichen Aufwand hohe Trockenmasse-Erträge liefern, die thermisch und stofflich genutzt werden können.
Miscanthus-Bestand

Miscanthus-Bestand

Miscanthus-Bestand in der Blüte

Miscanthus-Bestand in der Blüte

Blütenstand-Miscanthus

Blütenstand-Miscanthus

Abgereifter Miscanthus-Bestand

Abgereifter Miscanthus-Bestand

Abgereifter Miscanthus-Bestand im Winter

Abgereifter Miscanthus-Bestand im Winter

Anbauhinweise

    Standortansprüche:

    • Miscanthus ist eine sehr wärmebedürftige und trockenheitsempfindliche Pflanze. Für das Erreichen hoher Erträge sind deshalb gut mit Wasser versorgte Standorte von Vorteil. Am besten eignen sich tiefgründige humose Böden mit guter Wasserführung.
    • Staunasse Böden sind nicht geeignet.

    Pflanzung:

    • Miscanthus x giganteus ist infertil und deshalb nicht über Saatgut zu vermehren. Ein Bestand kann daher nur durch das Pflanzen von Rhizomen (kleine Wurzelstücke) oder Jungpflanzen (aus Meristemkultur) angelegt werden. Die Pflanzung erfolgt im Frühjahr nach dem letzten Frost. Der Boden sollte möglichst tiefgründig gelockert sein. Zur Pflanzung eignen sich Maschinen aus dem Kartoffel- oder Gemüsebau.
      • Pflanzdichte: 1 Rhizom/m²
      • Reihenabstand: 75 bis 100 cm, an mechanische Unkrautbekämpfung angepasst
      • Pflanztiefe: 10 bis 15 cm

    Pflege:

    • Vor allem in den ersten beiden Jahren muss auf konkurrierendes Unkraut geachtet werden. Der Pflanzenschutz kann entweder mechanisch oder chemisch erfolgen. Für den Einsatz in Miscanthus sind mittlerweile eine Reihe von Herbiziden ohne Einzelfallgenehmigung zugelassen.
    • Ab dem dritten Standjahr ist in der Regel kein Pflanzenschutz mehr erforderlich.
    • Weitere Herbizidbehandlungen müssen erst mittels einzelbetrieblicher Genehmigung nach § 22 Abs. 2 PflSchG beantragt werden (siehe weiterführende Informationen).

    Düngung:

    • Im Pflanzjahr keine Stickstoffdüngung, je nach Versorgungsgrad der Böden sind verhaltene Gaben von P2O5, K2O und MgO angebracht.
    • Ab dem zweiten Jahr beträgt der N-Bedarfswert für Miscanthus 100 kg N/ha für einen mittleren Ertrag von 200 dt FM/ha (80 % TS). Bei Ertragsdifferenzen von 50 dt FM/ha können Zu- und Abschläge in Höhe von +10 bzw. -15 kg N/ha berücksichtigt werden (Stand: März 2018).
    • Entzugsrichtwerte je Tonne geerntetes Pflanzenmaterial sind ca. 7 kg N, 1,6 kg P2O5, 8,7 kg K2O und 1 kg MgO.

    Ernte:

    • Die Ernte erfolgt in der Zeit von Februar bis Mai bei einem Wassergehalt von weniger als 15 %.
    • Einsetzbar sind Maishäcksler mit reihenunabhängigem Schneidwerk oder Scheibenmäher mit Ballenpresse.

    Verwertung:

    • Verschiedene Verwertungsmöglichkeiten stehen zur Auswahl:
      • Festbrennstoff in Form von Häckselgut, Pellets oder Briketts
      • Mulchmaterial in Sonderkulturen
      • Tiereinstreu, besonders in der Pferdehaltung oder bei Kleintieren
      • Biologischer Baustoff
      • Dacheindeckung, vergleichbar norddeutschen Reetdächern
      • Papierherstellung

    Umbruch:

    • Mögliche Methoden die zum Einsatz kommen können:
      • Der Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden mit maximaler Aufwandmenge
      • Mehrmaliges Mähen ab Juli und Aufgrubbern der Rhizome vor dem Winter
      • Mehrmaliges Aufgrubbern während der Sommermonate
      • Ein Durchwuchs in der Folgekultur kann mit Gräsermitteln bekämpft werden

    Miscanthus - Forschungsschwerpunkt am TFZ

    Am TFZ bestehen drei Langzeitversuche aus den Anlagejahren 1989 und 1990. Anhand der langjährigen Erfassung pflanzenbaulicher Parameter wie Wuchshöhe, Frisch- und Trockenmasseertrag, Nährstoffgehalte sowie Nmin-Gehalte im Boden wird die Anbaueignung verschiedener Miscanthus-Sorten und deren Stickstoffbedarf in unterschiedlichen Anbauregionen Bayerns abgeleitet.  Mehr

    Weiterführende Informationen

    Publikationen

    Vorträge und Präsentationen