Miscanthus

Miscanthus im Schaugarten des TFZ
Miscanthus - eine ausdauernde Pflanze aus der Gattung der Süßgräser (Poaceae).- stammt aus dem ostasiatischen Raum (China, Korea, Japan) und gehört wie Mais und Sorghum zu den C4-Pflanzen. Die auch als Chinaschilf bekannte Pflanze umfasst eine Vielzahl von Varietäten, die als Ziergräser in Gärten Verwendung finden.

Ende der 1980er Jahre bis Anfang der 1990er Jahre wurden in Bayern an zehn verschiedenen Standorten Parzellenversuche von der Bayerischen Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau (LBP), Freising und der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Veitshöchheim, angelegt. Drei immer noch bestehende Dauerversuche werden mittlerweile vom TFZ erhalten und betreut.

Heute beträgt der Anbauumfang von Miscanthus in der bayerischen Landwirtschaft rund 1.200 Hektar. Als Dauerkultur kann Miscanthus über 20 Jahre lang mit geringem pflanzenbaulichen Aufwand hohe Trockenmasse-Erträge liefern, die thermisch und stofflich genutzt werden können.

Anbauhinweise

Anbautelegramm

  • Standortansprüche:
    Miscanthus ist eine sehr wärmebedürftige und trockenheitsempfindliche Pflanze. Für das Erreichen hoher Erträge sind deshalb gut mit Wasser versorgte Standorte von Vorteil. Am besten eignen sich tiefgründige humose Böden mit guter Wasserführung. Staunasse Böden sind nicht geeignet.

  • Pflanzung:
    Miscanthus x giganteus ist infertil und deshalb nicht über Saatgut zu vermehren. Ein Bestand kann daher nur durch das Pflanzen von Rhizomen (=kleine Wurzelstücke) angelegt werden. Die Pflanzung erfolgt im Frühjahr nach dem letzten Frost. Der Boden sollte möglichst tiefgründig gelockert sein. Zur Pflanzung eignen sich Maschinen aus dem Kartoffel- oder Gemüsebau.
    Pflanzdichte: 1 Rhizom/m²
    Reihenabstand: 75 cm bis 100 cm
    Pflanztiefe: 10 cm bis 15 cm

  • Pflege:
    Vor allem in den ersten beiden Jahren muss auf konkurrierendes Unkraut geachtet werden. Der Pflanzenschutz kann entweder mechanisch oder chemisch erfolgen. Für den Einsatz in Miscanthus ist bereits eine Reihe von Herbiziden zugelassen. Ab dem dritten Standjahr ist in der Regel kein Pflanzenschutz mehr erforderlich.

  • Düngung:
    Im Pflanzjahr kann und sollte auf Stickstoffdüngung verzichtet werden, je nach Versorgungsgrad der Böden sind verhaltene Gaben von P2O5, K2O und MgO angebracht.
    In den folgenden Jahren sollte entsprechend der Abfuhr an organischer Masse gedüngt werden.
    Entzugsrichtwerte je Tonne geerntetes Pflanzenmaterial sind ca. 7 kg N, 1,6 kg P2O5, 8,7 kg K2O und 1 kg MgO.

  • Ernte:
    Die Ernte erfolgt in der Zeit von Februar bis Mai bei einem Wassergehalt von weniger als 15 %; einsetzbar sind Maishäcksler mit reihenunabhängigem Schneidwerk oder Scheibenmäher mit Ballenpresse.

  • Verwertung als:
    - Festbrennstoff in Form von Häckselgut, Pellets oder Briketts
    - Mulchmaterial in Sonderkulturen
    - Tiereinstreu, besonders in der Pferdehaltung oder bei Kleintieren
    - Biologischer Baustoff
    - Dacheindeckung, vergleichbar norddeutschen Reetdächern
    - Papierherstellung

  • Umbruch:
    Möglich sind der Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden mit maximaler Aufwandmenge oder mehrmaliges Mähen ab Juli und Aufgrubbern der Rhizome vor Winter sowie mehrmaliges Aufgrubbern während der Sommermonate. Ein Durchwuchs in der Folgekultur kann mit Gräsermitteln bekämpft werden.

Miscanthus - Forschungsschwerpunkt am TFZ

Miscanthus - Forschungsschwerpunkt am TFZ

Am TFZ bestehen drei Langzeitversuche aus den Anlagejahren 1989 und 1990. Anhand der langjährigen Erfassung pflanzenbaulicher Parameter wie Wuchshöhe, Frisch- und Trockenmasseertrag, Nährstoffgehalte sowie Nmin-Gehalte im Boden wird die Anbaueignung verschiedener Miscanthus-Sorten und deren Stickstoffbedarf in unterschiedlichen Anbauregionen Bayerns abgeleitet.  Mehr

Vorträge und Präsentationen

Publikationen